Sunrise Avenue singen mit Fans in ausverkaufter Westfalenhalle

Beitragsbild Sunrise Avenue

Heute gibt’s mal einen etwas anderen Konzertbericht, da ich den Auftritt von Sunrise Avenue in Dortmund am 10. März, glaube ich, etwas anderes erlebt und wahrgenommen hab als die meisten dort. Das hat ganz persönliche Gründe, auf die ich gar nicht weiter eingehen will. Jedenfalls war ich noch nie so emotional auf einem Konzert. Here we go.

Sunrise Avenue sind garantiert den meisten hier in Deutschland ein Begriff. Mit Songs wie „Fairytale Gone Bad“ (2006), „Hollywood Hills“ (2011) oder „I Help You Hate Me“ (2017) war die finnische Band schon oft in den Charts vertreten. Ihre Musik läuft oft im Radio. Leadsänger Samu Haber ist Juror bei der Castingshow „The Voice of Germany“ und gewann in der vergangenen Staffel mit Kandidatin Natia Todua. Seit 2002 sind die Finnen als Sunrise Avenue unterwegs – vorher nannte sich die Gruppe Sunrise. 2017 brachten sie ihr Album „Heartbreak Century“ auf den Markt und sind aktuell mit der gleichnamigen Tour in Deutschland unterwegs.

Mit „Prisoner in Paradise“ starten Sunrise Avenue in den Abend

Vorweg muss ich sagen: Ich bin kein Fan des neuen Albums. Auf dem Vorgänger „Unholy Ground“ haben mich noch einige Songs mehr überzeugt. Trotzdem mag ich den Sound der Band im Allgemeinen sehr. Das Album „Out Of Style“ ist mein Favorit und ich wusste, dass daraus einige Songs auf der Setlist stehen würden. Deshalb musste ich mal auf ein Konzert gehen. Also ging es zur Westfalenhalle in Dortmund.

Samu Haber beim Konzert in Dortmund
Samu Haber beim Konzert in Dortmund am 10. März 2018. Foto: musikdiele

Der Abend begann für mich ziemlich überraschend. Es muss ziemlich genau 21 Uhr gewesen sein, als die Band die Bühne betrat. Mit ihrer Single „Prisoner in Paradise“ eröffneten die Finnen das Konzert. Und plötzlich war ich so ergriffen wie noch nie auf einem Konzert (Es war genauso merkwürdig, es dort zu erleben, wie es jetzt gerade hier aufzuschreiben). Wie gesagt, das lag einfach an den Umständen: Aufgrund eines Zufalls ist diese Band mit einem ziemlich traurigen Tag in meinem Leben verbunden, der noch gar nicht so lange her ist. Und das kam scheinbar alles hoch. Aber genug der Gefühlsduselei. Zwar ist es immer wieder spannend, was Musik in jemandem auslösen kann. Aber es soll ja um das Konzert gehen. Nach dem ersten Song hatte ich mich auch wieder einigermaßen gefangen und habe mehr von meiner Umgebung und der Bühne mitbekommen.

Imposante Lichtshow und viel Herzschmerz

Unerwartet: Bereits während des ersten Drittels des Konzerts spielten die Finnen ihre aktuellen Singles „I Help You Hate Me“ und „Heartbreak Century“, was die Fans natürlich begeisterte. Songs des neuen Albums wechselten sich mit Klassikern der Band und Songs aus verschiedenen Alben ab. Mehr Pop-Elemente und auch ein paar Folk-Züge ziehen sich durch einige Songs. Aber zur Freude der Fans halten Sunrise Avenue natürlich weiterhin am Rock-Sound mit dominierenden Gitarrentönen fest.

Einen Höhepunkt, was die Lichtshow angeht, gab es beim Lied „Forever Yours“ (auf dem Konzert der Nightliner Mix). Dem eher düsteren Text angepasst, startete die Performance in Dunkelheit. Schnell sorgten Stroboskop-Lichter für einen regelrechten Blitzmarathon. Die Umrisse der Zuschauer in der Westfalenhalle flackerten nur so. Langsamer und ruhiger wurde es danach mit dem neuen Song „Let Me Go„, der mit einem Keyboard-Intro eingeleitet wurde. Generell geht es bei der „Heartbreak Century Tour“ natürlich um Herzschmerz und Liebe. Passend dazu lieferte die Band auch Songs wie „Afterglow“, „Heartbreak Century“ oder „Room“.

Sunrise Avenue beim Konzert in der Dortmunder Westfalenhalle
Sunrise Avenue beim Konzert in der Dortmunder Westfalenhalle. Foto: musikdiele

Das Publikum ist voll dabei und feiert Sunrise Avenue

Diejenigen, die den Sänger Samu Haber eher von „The Voice of Germany“ kennen, erwarten natürlich auch beim Konzert eine Menge Humor. Den haben sie auch bekommen. Mit einigen Satzfetzen auf Deutsch, Späßen mit dem Publikum auf Englisch und einem großen Geburtstagsständchen für Sami Osala, den Drummer der Band, haben die Fans viel Spaß gehabt. Von Beginn an singen sie lautstark mit. Während des Konzerts verkündet der Sänger der Band begeistert, dass es das wohl lauteste Publikum auf ihrer bisherigen Tour ist. Unangefochten hinsichtlich der Stimmung waren die natürlich die Songs „Lifesaver“, „Fairytale Gone Bad“ und „Hollywood Hills“.

Ich persönlich muss sagen, dass ich noch nie ein Konzert in so einem emotionalen und nachdenklichen Zustand erlebt habe. Trotzdem hat es mir sehr gut gefallen. Auf der Bühne überzeugten Sunrise Avenue auf jeden Fall. Die Zuschauer feierten sie und die Band selbst hatte sichtlich Spaß am Performen. Das überträgt sie auf ihr Publikum. Als Support stand Tim Kamrad mit seiner Band auf der Bühne. Der 20-Jährige präsentierte sein Debutalbum „Down & Up“ und ließ die Zuschauer die Westfalenhalle bereits früh in ein Lichtermeer verwandeln. Mit starker Stimme und rockigen Songs konnte er überzeugen. Ein wirklich rundes und gelungenes Konzert.

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